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Plötzlich steht Willi Larl mit seinem antiken Traktor und dem angehängten Schäferwagen vor der Kathedrale von Santiago de Compostela. Sein außergewöhnliches Gespann ist von Polizei und Guardia Civil umstellt. Unschlüssige Blicke starren ihm entgegen. Dabei wollte er niemals auf den Jakobsweg... Seiner Frau zuliebe liest er in dem Buch über den Jakobsweg, das sie ihm geschenkt hat. Willi Larl ist weder religiös, noch interessiert er sich sonderlich für die bekannte Pilgerroute. Doch zwischen den Zeilen findet er die Antwort auf die Frage, was er aus Anlass seines fünfzigsten Geburtstages anders machen möchte und entschließt sich, mit einem antiken Ackergerät nach Santiago de Compostela aufzubrechen. Liebevoll richtet er den ausgedienten Traktor her, erweitert ihn um einen Schäferwagen und bricht zu einer Reise auf, die ihn auf 2.300 Kilometern langsamer als manchen Pilger von der badischen Heimat aus auf den Camino de Santiago führt. Unterwegs lernt er die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit und die seines Gefährtes kennen, lernt die Gastfreundschaft Frankreichs und Spaniens zu schätzen, aber auch die Einsamkeit zu lieben. Bereits nach zwei Tagen wirft er die detailliert ausgearbeitete Route ins abendliche Feuer und lässt sich nur noch von der Hoffnung treiben, in vier Wochen das Ziel aller Pilger zu erreichen.