onlinebibliothek sachsen-anhalt. Die Affaire Ernst Winter

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Im Frühjahr 1900 wird in der westpreußischen Stadt Konitz ein zugeschnürter Sack aus dem Wasser des Mönchsees geborgen. Der Inhalt: der verstümmelte Oberkörper einer männlichen Leiche. Die abgetrennten Beine und Arme, sowie der Kopf, werden wenig später aufgefunden. Bei der Leiche handelt es sich um den vermissten Gymnasiasten Ernst Winter. Das Zerstückeln des Körpers gibt zuerst Fragen auf, aber schnell wird klar: Hier war jemand mit Fachkenntnissen am Werk. Der Konitzer Fleischermeister Hoffmann gerät schnell unter Verdacht, da er den als Frauenhelden verschrienen Oberschüler mit seiner Tochter erwischt haben könnte. Beweise gibt es dafür aber keine. Währenddessen wird der Fall im ganzen Kaiserreich bekannt. Der Name des Städtchen Konitz ist jedem ein Begriff und neue Gerüchte kommen auf. Zuerst beziehen sie sich auf den jüdischen Fleischer Isidor Lewy und seinen Sohn, doch schnell stehen die gesamten Konitzer Juden unter Verdacht: von "Ritualmord" ist die Rede. Aufgebrachte Menschen zieht es auf die Straßen. Die Synagoge in Konitz wird in Brand gesteckt und nur noch das Militär kann einen weiteren Ausbruch antisemitischer Gewalt im wilhelminischen Deutschland Einhalt bieten.

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